Nur noch wenige Stunden, bis das FOCUS-CAMPUS-Team das für REHATREFF erstellte Supplement (Details dazu siehe oben in der Menüleiste unter „About“) in die Druckerei schickt – und da stellt sich ein unerwartetes Problem… Die REHATREFF-Redaktion bevorzugt die Schreibweise „Querschnittgelähmte“, die FOCUS-CAMPUS-Redakteure „Querschnittsgelähmte“. Der Textchef und Schlussredakteur von FOCUS-CAMPUS haben lange diskutiert – und bleiben nun bei dem „s“. Aber beide (nichtbehindert) fragen sich jetzt natürlich, ob sie sich in der „Szene“ damit möglicherweise als ahnungslose Banausen geoutet haben, die den „Szenejargon“ nicht beherrschen. Wie schreibt Ihr es?
Das Problem mit den Querschnitt(s)gelähmten
August 12, 2008 · 1 Kommentar
Kategorien: 04 Aus der Redaktion
Intelligenter Rolli soll Behinderte mobil machen
August 12, 2008 · Kommentar schreiben
Ein Rollstuhl ist viel mehr als ein Stuhl, der rollt. Jedenfalls sehen das einige Bremer Informatikstudenten so. Sie entwickeln ein Modell, das sich in einer Wohnung zurechtfinden, bewegliche Möbel erkennen und mit intelligenten Haushaltsgeräten kommunizieren kann. Von Susanne Dreisbach
Prof. Bernd Krieg-Brückner und Dr. Bernd Gersdorf vom Informatik-Institut der Bremer Universität haben das studentische Projekt „Rolland@Home“ ins Leben gerufen. Es steht sowohl Bachelor- als auch Master- und Diplom-Informatikern offen. Je vier Semester dürfen die Studenten an der Entwicklung der Intelligenzbestie auf Rädern mitarbeiten.
Vor allem der Praxisbezug habe sie an dem Projekt interessiert, sagt die 23-jährige Diplom-Studentin Janine Siewert, die gerade in der Projektwohnung der Bremer Forscher an interaktiven Küchenschränken schraubt. „Dass man dabei wirklich was in der Hand hat und sich nicht nur anhört, wie es in der Theorie funktionieren könnte, das hat mich besonders gereizt.“
Ihr Kommilitone Andreas Schmidt-Dannert begrüßt neben der kleinen Seminargröße und der „hervorragenden Betreuung durch die Projektleiter“ vor allem die Möglichkeit, an Rolland die neuesten Technologien auszuprobieren.
„Mein Vater hat lange mit Behinderten gearbeitet. Darum hat es mich auch persönlich interessiert, einen Rollstuhl zu entwickeln, der diesen Menschen das Leben so viel leichter macht und ihnen Mobilität zurückgibt“, sagt der 30-Jährige, „im Moment basteln ein Kommilitone und ich daran, dass Rolland Hindernisse erkennen kann, die keine zwölf Zentimeter hoch sind, zum Beispiel Treppenabgänge.“ Wahrscheinlich werde man eine Infrarotkamera einbauen.
Projektleiter Prof. Krieg-Brückner selbst beschäftigt sich schon seit 15 Jahren mit der Entwicklung eines Elektrorollstuhls, der durch Zusatzkomponenten wie Spracherkennung oder Touchscreen den Alltag behinderter Menschen erheblich vereinfacht. In diesem Semester sind seine Studenten dabei, die eigenständige Navigation des intelligenten Rollstuhls durch Korridore auch auf Räume mit beweglichen Möbeln auszudehnen. „Er soll lernen zu erkennen, um welches Möbelstück es sich handelt und wie man am sichersten daran vorbeikommt. Außerdem muss er durch Türen fahren können, ohne anzuecken“, erklärt Krieg-Brückner, der den Forschungsbereich „Sichere Kognitive Systeme“ des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz in Bremen leitet. Kooperationen mit führenden Rollstuhlherstellern sollen helfen, aus dem Forschungsprototypen Rolland@Home ein marktfähiges Produkt zu entwickeln.
Kategorien: 03 Technik
Neue Technik für Elektro-Rollstuhl-Hockey entwickelt
August 12, 2008 · Kommentar schreiben
Elektro-Rollstuhl-Hockey ist eine taktisch anspruchsvolle Sportart, die das geschickte Manövrieren mit den elektrischen Rollstühlen fordert. Eine perfekte Führung des Hockeyschlägers und des Balles resultiert in spektakulären Torschüssen und Torwartaktionen. Körperbehinderte Menschen, die in ihrem Alltag auf einen Elektro-Rollstuhl angewiesen sind, haben beim Hockey die Möglichkeit Teil einer Mannschaft zu werden, was sich positiv auf Körper und Seele auswirkt.
Einige Elektro-Rollstuhlfahrer können den Hockeyschläger in den Händen führen, der Großteil ist aber auf einen Schläger angewiesen, der am Rollstuhl installiert wird. Um das Spiel mit dem am Rollstuhl integrierten Schläger schneller und effektiver zu machen, hat ein internationales Team von Studierenden aus Mexiko (Sergio Gomez, Mexico, Jesus Murve), den USA (David Hohn, Sean Simmons) und Deutschland (Matthias Grotz )unter der Leitung von Professor Christoph Maurer nun ein aktiv angetriebenes T-Stück entwickelt, das als Schläger an den Rollstuhl montiert werden kann.
Ein elektro-pneumatisches System mit zwei Luftzylindern, das über ein einfaches Kontrollteil mit einer Hand gesteuert werden kann, bewegt das T-Stück schnell nach rechts, links oder vorne und schießt so den Ball in die gewünschte Richtung. Dadurch muss der Rollstuhl nun nicht mehr in Schussrichtung fahren und Spieler, die dieses Vorrichtung nutzen können sich durch gezielte Pässe und Schüsse deutlich besser ins Spiel einbringen.
Aufgabe der angehenden Maschinenbauer im englischsprachigen Kurs „Design Project“ war lediglich die Konstruktion und Auslegung des beweglichen T-Stücks. Aufgrund der hohen Motivation und Begeisterung der Studierenden konnte aber bereits ein Prototyp gebaut werden und dem Fachbereich Elektro-Rollstuhl Sport des Deutschen Rollstuhl-Sportverbandes vorgestellt werden. Ein erster Test rief durchwegs positive Reaktionen hervor.
Prof. Christoph Maurer und seine Team werden im kommenden Semester den Prototyp weiter verbessern. Längerfristig soll das System in Kooperation mit Rollstuhlherstellern gefertigt werden, denn die Nachfrage sei, laut Stefan Utz und Wassily Kirtopoulos, den Vorsitzenden des Elektro-Rollstuhl Sports, sehr hoch.
Weitere Informationen zum Elektro-Rollstuhl-Hockey: www.elektro-rollstuhl-sport.de
Kategorien: 03 Technik